Wer einen geliebten Menschen zu Hause pflegt, leistet etwas Großes. Doch zwischen Terminen, Medikamenten, Haushalt und Sorge bleibt für die eigenen Bedürfnisse oft kein Platz. Schlafmangel, Anspannung und das Gefühl, nie wirklich frei zu haben, schleichen sich ein. Das ist kein persönliches Versagen – es ist die normale Folge einer Dauerbelastung. Die gute Nachricht: Sie müssen das nicht allein stemmen. Die Pflegeversicherung hält eine ganze Reihe von Leistungen bereit, die genau dafür da sind, pflegende Angehörige zu entlasten.

125 €
Entlastungsbetrag pro Monat
42 Tage
Verhinderungspflege im Jahr
kostenlos
Pflegekurse für Angehörige

Warum Entlastung kein Luxus ist

Pflegende Angehörige tragen ein hohes Risiko für Erschöpfung, Rückenleiden und Depressionen. Wer ständig über die eigenen Grenzen geht, ist irgendwann nicht mehr in der Lage zu helfen – und genau das möchte niemand. Sich Entlastung zu holen ist deshalb nichts Egoistisches, sondern die Grundlage dafür, dass die Pflege zu Hause überhaupt langfristig gelingt. Je früher Sie Hilfe einplanen, desto besser.

Anzeichen von Überlastung erkennen

Achten Sie auf Warnsignale: anhaltende Schlafprobleme, zunehmende Gereiztheit gegenüber dem pflegebedürftigen Menschen, ständige Erschöpfung, das Gefühl, ausgelaugt zu sein, sowie sozialer Rückzug – keine Zeit mehr für Freunde, Hobbys oder einen Kaffee in Ruhe. Wenn Sie sich hier wiedererkennen, ist das ein deutliches Zeichen, jetzt für Entlastung zu sorgen.

7 Wege, die Sie wirklich entlasten

  1. Den Entlastungsbetrag nutzen. Jeder Mensch mit Pflegegrad hat Anspruch auf 125 € pro Monat für anerkannte Unterstützungsangebote im Alltag. Damit lassen sich Haushaltshilfe oder Betreuung finanzieren, die Ihnen unmittelbar Arbeit abnehmen. Wie das genau funktioniert, lesen Sie im Ratgeber zum Entlastungsbetrag von 125 €.
  2. Verhinderungspflege für Urlaub und Auszeit. Sie dürfen krank werden, verreisen oder einfach mal durchatmen. Für solche Zeiten zahlt die Pflegekasse eine Ersatzkraft – aktuell bis zu 42 Tage im Jahr. Alles Wichtige dazu finden Sie im Ratgeber zur Verhinderungspflege.
  3. Kurzzeitpflege für intensivere Phasen. Nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn die Pflege vorübergehend zu Hause nicht möglich ist, kann der pflegebedürftige Mensch zeitweise vollstationär versorgt werden. Das verschafft Ihnen in besonders fordernden Zeiten Entlastung, ohne dass die Versorgung leidet.
  4. Tagespflege zur regelmäßigen Entlastung am Tag. In einer Tagespflege wird Ihr Angehöriger an einzelnen Tagen betreut, versorgt und beschäftigt – und abends ist er wieder zu Hause. So gewinnen Sie verlässliche Stunden für Beruf, Erholung oder einfach für sich selbst.
  5. Stundenweise Betreuung und Alltagsbegleitung zu Hause. Manchmal braucht es keine große Lösung, sondern ein paar feste Stunden Entlastung in den eigenen vier Wänden. Eine Alltagsbegleitung für Senioren übernimmt Gesellschaft, Spaziergänge oder Hilfe im Alltag, während Sie kurz abschalten. Mehr dazu auch unter Entlastung pflegender Angehöriger.
  6. Pflegeberatung und Austausch in Selbsthilfegruppen. Sie müssen nicht alles selbst herausfinden. Eine kostenlose Pflegeberatung hilft, Ansprüche voll auszuschöpfen, und der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen in Selbsthilfegruppen zeigt: Sie sind mit Ihren Sorgen nicht allein.
  7. Auf die eigene Gesundheit achten. Planen Sie bewusst Pausen ein, nehmen Sie an kostenlosen Pflegekursen teil und prüfen Sie bei anhaltender Belastung eine Reha für pflegende Angehörige. Ihre Gesundheit ist kein Nebenschauplatz – sie ist die Voraussetzung dafür, dass Sie weiter für Ihren Angehörigen da sein können.

Hilfe annehmen ist keine Schwäche

Viele Angehörige zögern, fremde Menschen ins Haus zu lassen oder Leistungen zu beantragen – aus Pflichtgefühl oder schlechtem Gewissen. Doch Entlastung anzunehmen bedeutet nicht, dass Sie sich weniger kümmern. Im Gegenteil: Wer sich selbst stärkt, kann mit mehr Geduld, Kraft und Zuwendung pflegen. Sie dürfen sich helfen lassen.

Wie wir Sie im Kreis Schleswig-Flensburg unterstützen

Alltagshilfe Nord übernimmt die stundenweise Entlastung direkt bei Ihnen zu Hause im Kreis Schleswig-Flensburg – von der Haushaltshilfe über die Begleitung bei Spaziergängen bis zur liebevollen Betreuung, damit Sie Zeit für sich haben. Als anerkannter Anbieter rechnen wir auf Wunsch direkt mit Ihrer Pflegekasse ab, sodass Sie weder in Vorleistung gehen noch sich um Papierkram kümmern müssen. So wird aus den Ansprüchen, die Ihnen zustehen, ganz konkrete Entlastung im Alltag.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick. Die genauen Beträge, Fristen und Voraussetzungen können sich ändern – Ihre Pflegekasse oder eine Pflegeberatung nennt Ihnen den aktuellen Stand für Ihren persönlichen Fall.